Historie

Im Jahre 1721 schlossen die Fürstlich Fürstenbergische Verwaltung und sechs Glasmacher aus der Rotwasserglashütte einen Pachtvertrag. Herzogenweiler war dann von 1721 bis 1880 ein Glasmacherdorf. Die Glashütte gehörte mit ihren 157 Betriebsjahren zu den am längsten arbeitenden Hütten im Schwarzwald. In ihrer Blütezeit genoss die Glashütte von Herzogenweiler wegen der hervorragenden Qualität der hergestellten Produkte hohes Ansehen.

 

Nicht nur zu dieser Zeit waren die Glaser als lustige und gastfreundliche Gesellen angesehen. S hieß es damals „machet Platz, d' Glaser kummet“, wenn die Glasträger von ihren Märkten heimkommend, in den umliegenden Wirtshäusern einkehrten. Und auch heute noch hört man ab und an diesen Satz, wenn auch neuzeitlich ironisch verfremdet, wenn die Herzogenweilermer eine der umliegenden Gasthäusern besuchen.

 

Anknüpfend an diese Tradition wurde 1985 die Glaserzunft als Narrenverein in Herzogenweiler gegründet.

Der Beginn der Dorffasnacht lässt sich nicht mehr bis in die Anfänge zurück verfolgen. Überlieferte Begebenheiten aus den frühen 20er Jahren lassen aber drauf schließen, dass die Fasnacht schon sehr lange ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft war. Während das Fasnachtstreiben jahrelang als lose Gemeinschaft des Dorfes gefeiert wurde, nahmen 1985 ein paar junge Leute aus Herzogenweiler am Umzug in Vöhrenbach teil und fanden schnell Gefallen an dem närrischen Treiben. Daher fand am 06. Juli 1985 mit 28 interessierten Bürgerinnen und Bürger die Gründungsversammlung statt. In Anlehnung an die Gründer des neuzeitlichen Ortes, die Glasmacher, wählte der Verein den Namen „Glaserzunft Herzogenweiler e.V.“

 

Bei der Häsgestaltung orientierte man sich an historischen Vorbildern.

Schon ein Jahr nachdem die Glaser aus der Taufe gehoben waren, nahmen sie an Umzügen und Veranstaltungen in der Umgeben teil.

 

Im Jahre 1995 wurde eine zusätzliche Narrenfigur zum Glaser geschaffen, der Glasträger. Diese brachten in der Blütezeit der Glashütte mit einem vollgepackten Gestell auf dem Rücken die Produkte der Glashütte bis ins Würtembergische, nach Nordbaden, ins Elasaß und die Schweiz an den Mann.

Die Anzahl der Glasträger im Verein ist streng limitiert. Derzeit gibt es drei Glasträger.

 

 

Quellen:

> Blessing, Gerhard. Vereinsleben, in: Herzogenweiler 1208-2008 - auf der Suche nach Geschichte und Geschichten.

Hrgs. Stadtarchiv Villingen-Schwenningen und Ortsverwaltung Herzogenweiler. 2008. S.192-198.

 

> Blessing, Gerhard. Glaserzunft Herzogenweiler, in: Fasnet uralt, aber saumäßig jung.

Hrgs. Schwarzwälder Narrenvereinigung e.V. Sitz Brigachtal. 1998. S. 304-309.

 

> Jenisch, Bertram. Das Mittelalterliche Dorf Herzogenweiler, in: Herzogenweiler 1208-2008 - auf der Suche nach Geschichte und Geschichten.

Hrgs. Stadtarchiv Villingen-Schwenningen und Ortsverwaltung Herzogenweiler. 2008. S.10-23.